„The power of you“

DSK Schülerinnen und Schüler nahmen auch in diesem Jahr wieder am Good Hope Seminary High School Diversity Summit teil. Thema war diesmal „The power of you“. Ich danke dem Schulleiter Leon Linz, der den Schülern den Weg zu ihrer eigenen Stimme und ihrem rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft verhilft.

Als Ehrengast sprach auch die ehemalige südafrikanische Politikerin und Freiheitskämpferin Mamphela Ramphele über ihre Erfahrungen und ermutigte ihre Zuhörer, an sich zu glauben und ihre Einzigartigkeit zu feiern. Das Publikum sollte laut Ramphele Transformation aus eigener Kraft vorantreiben und so ein Südafrika anstreben, in dem wir alle leben wollen. Sie machte deutlich, dass Rechte mit Verantwortung Hand-in-Hand gehen und dass wir der Ubuntu-Gesinnung erst wieder Bedeutung beimessen können, wenn wir aufhören, die Politik und Andere für das Geschehene in Südafrika verantwortlich zu machen. Stattdessen sollten wir tatkräftig die Zukunft unseres Landes friedlich und erfolgreich mitgestalten.

Im Anschluss hatten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu schildern. Eines wurde deutlich: Wir müssen zuerst immer uns selber betrachten und Verantwortung übernehmen, wenn wir Einfluss auf unsere Zukunft nehmen wollen.

Nkululeko Deda, ein DSK Alumnus, teilte seine Lebensgeschichte und erzählte wie eine gute Schulausbildung es ihm ermöglicht hat, seine bedürftige Mutter und drei Geschwister zu unterstützen.

Isabel Werth (Klasse 11) berichtete, dass sie sich von ihren Klassenkameraden ausgegrenzt gefühlt hat – abgestempelt als bevorzugte, weiße Person. Niemand hatte sich die Zeit genommen, sie wirklich kennenzulernen und zu verstehen, dass auch sie, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Sorgen und Probleme hat. So zum Beispiel ihre stetig zunehmende erblich bedingte verminderte Seestärke in beiden Augen.

Tracy Dudusani (Klasse 10) ist gebürtige Kapstädterin. Ihre Familie stammt jedoch aus Ruanda von wo aus sie nach Südafrika geflohen ist. Tracy hat in ihrem Leben oft Fremdenhass erfahren, wurde verurteilt und ‚gebulliert‘, da sie weder wirklich ruandisch noch wirklich südafrikanisch ist. Seitdem sie an der DSK ist, lebt sie nun „zwischen“ drei Kulturen: der deutschen an der Schule, der englischen außerhalb der Schule und der ruandischen zu Hause.

Am Ende gingen alle mit der Gewissheit nach Hause, dass unser Tun, einen Unterschied machen kann, dass wir allen Menschen immer erst die Gelegenheit geben sollten, ihre Geschichte zu erzählen, bevor wir sie „abstempeln“ – und das Solidarität sowie Verantwortungsbewusstsein unser gemeinsamer Kompass zu einer gesunden alltäglichen Transformation sein kann.
Silke Werth

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